Ziele
In der Nachfolge Jesu und im Respekt gegenüber anderen Glaubensrichtungen, möchte die Jugendseelsorge folgende Ziele initiieren:
- Glaubensbildung die auf konkrete Gotteserfahrung und spirituelle Praxis abzielt und damit befähigt gegen destruktive Kräfte im Leben vorzugehen (Angst, Depression).
- Vorstellen eines inSpirierten Welt- und Menschenbildes. Wir verwirklichen unser Leben nicht nur aus unserer begrenzten Kraft allein. Wir treten in Beziehung mit der Lebenskraft (Heiliger Geist) und gehen unseren Lebensweg mit Gott.
- Wir Erwachsenen haben Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen Räume bereitzustellen, in denen sie ihre Lebenskraft, Freude und Neugier entfalten können und sie darin zu begleiten und zu schützen.
- Ebenso brauchen Kinder und Jugendlichen Raum für ein erfolgfreies, spielerisches und zielloses Welt- und Lebensverständnis, dass wie beim Tanz nicht auf einen bestimmten Punkt auf der Tanzfläche abzielt.
- Wir Erwachsenen haben Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen sie vor Herz- und Lieblosigkeit zu schützen. Dort wo sie dieser ausgesetzt sind, für sie einzustehen und widerstand zu leisten. Weil die Liebe das wichtigste in unserem Leben ist.
- In der Nachfolge Jesu sind wir in die Pflicht genommen auf strukturell verfestigte Mechanismen in der Gesellschaft, welche die Menschenwürde unterdrücken und die Schöpfung zerstören, zu reagieren. In der Nachfolge Jesu sind wir in die Pflicht genommen uns und unsere Mitmenschen zur Anklage und Veränderung dieser Missstände zu motivieren.
- Begleitung zu eigenständigem und aufgeklärt-kritischem Weltbild, welches dynamisch bleibt und sich in kommenden Lebensphasen verändern darf.
In der Volksschule dreht sich sehr viel um die letztendliche Notenvergabe und das Zeugnis. Wir können noch so über schöne Lehrpläne und wohlklingende Kompetenzziele sprechen, wenn es aber so weit ist die S. endgültig zu bewerten, dann wird der junge Mensch ohne wenn und aber auf eine Zahl reduziert. Die konkurrenztreibende Wirtschaft bestimmt welche Talente, Fähigkeiten und welches Fachwissen gefragt ist und die Bildungskommission hat ihre Ziele hörig darum herum zu setzen. In der Schule geht es nicht um Wissensvermittlung und Menschenbildung, sondern um “Lernkonkurrenz-Verlierer und Lernkonkurrenz-Gewinner”. Natürlich finden wir Lehrpersonen mit unglaublichem persönlichem Engagement und Herzblut, die ihre Zöglingen zwischen und während dem zu benotendem Stoff die wirklich wichtigen menschlichen Kompetenzen vorleben und näher bringen. Wo sind aber die Erwachsenen die vor unseren Kindern für eine gelingendes Zusammenleben einstehen? Die Kinder vor der Ausbeutung der Wirtschaft schützen und ihnen einen anderen Weg vorleben?
Erfolgreiche Erziehung heisst, den jungen Menschen zur “Autonomie” zu befähigen und in Ernstnahme dieser, Freiräume zu schaffen für eigenständige Entscheidungen über “die nächsten Schritte seines Bildungsprozesses”. Eine Begleitung welche die von Natur aus gegebene Neugier und Kreativität fördert und nicht erstickt.
Der Glaube ist keine Kopfsache. Unser Verstand kann uns helfen zum Glauben zu kommen, aber die Gefahr ist gross, dass wir in dieser technischen Gesellschaft lediglich glauben zu glauben. Glauben ist auch kein Wissen. Wissen ist die Domäne des Verstandes. Denken und Sein sind Gegensätze. Deshalb ist es unumgänglich, dass in der Glaubensbildung das Fachwissen nicht primär vor seelischen und spirituellen Kompetenzen gefördert werden. Anders als in anderen Schulfächern, soll echte Glaubensbildung offen sein für die momentane Situation des Lernenden. Dafür braucht es neben spiritueller Erfahrung der Lehrerin/des Lehrers auch die Kompetenz ungeplant, spontan und unlogisch der Seele des Lernenden Raum und Zeit zu geben. Die Seele kann nur im Jetzt wirken. Da diese Erfahrungen schlecht geplant werden können, muss die Lehrperson eine Unterrichtskultur schaffen in der diese Seite der SchülerInnen gerufen und willkommen geheissen wird. In unseren Kreisen ist die Seele wie auch ein “Sein im Jetzt” verloren gegangen. Das fehlen dieser unumgänglichen Realitäten in der Wahrnehmung des Menschen, führt zu unsäglichem Leiden, zu einem von Haben und Angst bestimmten Leben. Da die Grundlage von Religion Spiritualität ist, darf gelebte Spiritualität im Religionsunterricht nicht fehlen. Die SchülerInnen sollen merken, dass der Verstand ein Werkzeug ist und unsere Gedanken nicht mit dem Sein verwechselt werden dürfen.
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