Christliche Spiritualität
In der christlichen Spiritualität ist das “Göttliche” in der dreifaltigen Beziehung des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes ausgedrückt. Wir sind durch Jesus eingeladen Teil dieser Beziehung zu sein. Wir sind eingeladen unseren göttlichen Ursprung wahrzunehmen und Kinder Gottes zu werden. Durch Jesu Botschaft und Leben dürfen wir einen Gott kennen lernen, der uns und unser Leben heilt. Unser Gott greift nicht gewaltvoll und bestimmend in unser Leben ein. Er erhält den Boden und den Rahmen unserer bedingten Freiheit, entsprechend der Erfahrung liebevoller Eltern. Diese bedingte Freiheit ist Voraussetzung, damit wir eine echte Anteilnahme an der Sohn/Tochterschaft Gottes und seiner Liebe haben. Wir haben einen Gott der mit uns (da) ist und uns begleitet, in allen Konsequenzen eines seelisch freien Lebens, in seinem stetigen Schöpfungsakt und im tragen seiner Schöpfung. Gott gibt sich selbst und all unsere Kraft ist sein Leib.
Schlussendlich zielen viele religiöse und spirituelle Glaubensformen auf ein und die selbe Mystik. Es ist aber nicht beliebig an was wir glauben. An was wir glauben, bestimmt unseren Weg, ob das nun Gesetze, Wissenschaft oder was auch immer ist. Auf dem “Weg” zu Gott müssen wir aber die Grenzen der Sprache und des Verstandes hinter uns lassen. Die Traditionen und Symbole unserer Religionen weisen immer auf diese Mysterien. Die Religionen und Kirchen sind Lehrerinnen die uns zu dieser Erfahrung begleiten und anspornen und uns Gefässe zum Ausdruck zeigen.
Jesus sagte zu ihm: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Nur durch mich gelangt ihr zu Gott, der Quelle allen Lebens. Wenn ihr mich erkannt habt, dann habt ihr auch Gott erkannt. … Alle die mich gesehen haben, haben auch Gott gesehen. … Glaubst du nicht, dass ich in Gott bin und Gott in mir ist? Joh 14,6
Jesus geht es dabei nicht um seine Person sondern um die “Sache”. Jesus verlangt keine Bekenntnisse seiner Göttlichkeit, seiner Taten oder seines Namens. Es geht ihm um ein Leben in Wahrheit und Verantwortung und damit in Liebe. Das ist sein und einziger Weg zu Gott. Es gibt keinen Weg zu Gott der am Ende nicht in Wahrheit und Liebe mündet. Es geht ihm um ein volles und heiles Leben (Gottesreich). Unser Leben ist Geschenk, wir müssen es nicht verdienen, sondern lediglich annehmen. Es ist egal, wie du dich nennst, welcher Glaubensgemeinschaft du dich angehörig fühlst, ob Muslime, Hindu oder Christ. Die echte und konkrete Beziehung zu diesem Mysterium das wir Gott nennen ist unabhängig vom Gedankenkonstrukt das wir über diesen Begriff haben. Die Realkirche ist der Planet Erde (ja der ganze Kosmos) und der heilige Geist, ist eben jene heilsame und lebensfördernde Intention, die Lebenskraft welche die Evolution verursacht und vorangetrieben hat und in die wir eintauchen können.
Nur aus mir selber besitze ich keine Kraft langfristig in Wahrheit und Verantwortung zu leben. Ich bin begrenzt. Ich darf aber aus der Quelle des Lebens schöpfen, mich in die Umarmung Gottes begeben. Den unaussprechlichen Namen Gottes hat jede Seele bereits vernommen und jede Seele begleitet und trägt Gott unaufhörlich.
Tretet ein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der in den Untergang führt. Viele gehen diesen Weg. Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der ins Leben führt! Wenige finden ihn. Mt 7,13
Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass Reiche in die Welt Gottes hineinkommen. Mt 19,24
Diese enge Passage zu Gott ist nicht eine bestimmte Religion oder bestimmter Glaubensinhalt, sondern das ungemütliche Leben des Rechtschaffenen, welcher um Liebe und Wahrheit bemüht ist. Diese inneren Haltungen und Empfindungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Lebensführung und die ethischen Vorstellungen.
Das Heilswirken Gottes an den Menschen endet nicht mit dem Tod sondern wird im Tod vollendet. Jesus ist Auferstanden von den Toten und Aufgefahren in das Reich der Himmel. Er hat uns eingeladen an den Tisch des Lebens zur endgültigen Lebensfeier als Tochter und Sohn Gottes.
Im ernst nehmen der Botschaft Jesu stehen wir mit einem christlichen Menschen- und Weltbild im Widerspruch zu wirtschaftlichem Konkurrenzdenken und gesellschaftlichen Handlungen die Menschenrechte und den Schutz der Natur verletzen.
Euer Bruder Karaviro
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