Wer und was ist die Kirche?
Die Kirche ist die Gemeinschaft jener Menschen welche in und durch Gott verbunden sind. Es ist die Gemeinschaft wacher Geister und Seelen, welche nicht lediglich daran glauben, sondern die Einheit des Universums fühlen und erfahren und diese in ihren Handlungen umsetzen. Dies bedarf bei Menschen welche ein technisches Verständnis der Welt verinnerlicht haben, ein erneutes erlernen, was uns als Kindern natürlich gegeben war. Die Unterscheidung zwischen “Sein” und “Denken” (Martin Heidegger’s Ontologische Differenz zwischen Sein und Seiendem). Als Kirche, als Christen aber auch lediglich als Menschen können wir die kapitalistische industrialisierte Gesellschaft, welche auf Konkurrenzdenken, Ausbeutung und Angst gründet nicht befürworten oder tolerieren. Die Kirche soll auf diese mannigfachen Entwürdigungen der göttlichen Berufung des Menschen eine Antwort sein. Wofür wurden wir heraus gerufen? Wurden wir herausgerufen damit wir uns als Kirche in einem kranken System positionieren und es uns gemütlich machen? Gemütlich machen in einer Gesellschaft welche die Schöpfung ausbeutet, die würde von Menschen und allen Wesen missbraucht und nicht an ein füreinander glaubt. Natürlich gibt es Menschen die für dieses Füreinander viel geben dafür kämpfen hier und jetzt. Aber weshalb müssen wir dieses faule System erhalten, wenn wir es besser wissen und könnten? Was würde Jesus zu uns sagen? Er würde zu den verschiedenen Konfessionen sagen, dass sie nicht seine Kirche wären, solange sie nicht aktiv gegen diese Missstände vorgehen und dabei keine ruhe geben.
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. 1 Kor 12,12-13
Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Mt 25,40
Die Kirchen und verschiedenen Konfessionen müssen liebevoll und inbrünstig angebetet werden, eine neue Sprache zu finden, die von der jetzigen Generation verstanden wird. Am besten durch befreiende Handlungen und authentische Zeugnisse, welche Menschen nicht verzwecken möchte. Wir müssen unseren Kindern eine Gemeinschaft beweisen, der es nicht um die Selbsterhaltung geht sondern um die befreiende Botschaft des Lebens in Gottes Fülle.
Dietrich Bonhoeffer verfasste aus dem Gefängnis anlässlich des Tauftages seines Neffen folgende Zukunftsweisende Gedanken an ihn:
“Was ‘ist’ Versöhnung und Erlösung, was Wiedergeburt und Heiliger Geist, was Feindesliebe, Kreuz und Auferstehung, was ‘heisst’ Leben in Christus und Nachfolge Christi, das alles ist so schwer und fern, dass wir es kaum mehr wagen, davon zu sprechen. In den überlieferten Worten und Handlungen ahnen wir etwas ganz Neues und Umwälzendes, ohne es noch fassen und aussprechen zu können.”
Daran sei die Kirche selber schuldig, weil sei nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft habe.
“Darum müssen die früheren Worte kraftlos werden und verstummen, und unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten (sein in Gott, der Fülle des Lebens) und im Tun des Gerechten unter den Menschen. Alles Denken, Reden und Organisieren in den Dingen des Christentums muss neugeboren werden aus diesem Beten und diesem Tun.”
Dietrich Bonhoeffer ist zuversichtlich, dass der Tag kommen wird, an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert.
“Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht ganz unreligiös, aber befreiend und erlösend, wie die Sprache Jesu, dass sich die menschen über sie entsetzen und doch von ihrer Gewalt überwunden werden, die Sprache einer neuen Gerechtigkeit und Wahrheit, die Sprache, die den Frieden Gottes mit den Menschen und des Nahen seines Reiches verkündigt.”
In einer Multireligiösen und Multikulturellen Gesellschaft ist das gemeinsame Handeln entscheidend. Das ist die Wirklichkeit.
Mehr Religionskultur und weniger Kirchenpolitik!
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